Jahreshauptversammlung 2015

21.03.2015

Die Siedlergemeinschaft hatte zur Jahreshauptversammlung 2015 geladen.

Auf dem Programm stand unter anderem die Ehrung der langjährigen Mitglieder.

Der 1. Vorsitzende Helmut Pinz eröffnete die Versammlung und begrüßte die Gäste. Im Besonderen den 1. Bürgermeister der Stadt Neutraubling, Herrn Heinz Kiechle, die 2. Bürgermeisterin Gisela Kokotek sowie die ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Neutraubling, Frau Eleonore Mayer, Herrn Richard Irro, dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins und Mitglieder des Neutraublinger Stadtrates. Sehr zu seiner Freude war auch der ehemalige Vorsitzende der SGN, Herr Olaf Noffke und seine Gattin Rosemarie Noffke und der Bezirksvorsitzende des Verbandes für Wohneigentum, Herr Christian Benoist, unter den Anwesenden.  Herzlich willkommen hieß er die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer, die sich als Überraschungsgast eingefunden hatte.

 

Helmut Pinz nahm die Gelegenheit wahr, sich bei seiner Vorstandschaft für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Besonders lobend erwähnte er dabei Silvia Wagner. Sie versteht es immer ganz hervorragend, für die jahreszeitliche Dekoration zu sorgen.  

 

Nach einer Gedenkminute an die verstorbenen Mitglieder folgte das Grußwort des 1. Bürgermeisters. Er betonte im Besonderen das gute Miteinander der Neutraublinger Bürgerinnen und Bürger untereinander und mit der  Stadt und den Neutraublinger Vereinen.

Anschließend folgte ein kurzes Grußwort der Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer und des Bezirksvorsitzenden Christian Benoist.

 

Die Schriftführerin Gabriele Drallmer gab einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr 2014 über die Aktivitäten der SGN auf Kreis- Bezirks- und Ortsverbandsebene.

 

Anschließend folgte eine Vorschau von Walter Lein auf das vielfältige Programm der Siedlergemeinschaft in 2015. Bereits stattgefunden hat der Obstbaum- und Sträucherschnittkurs, an dem sich sehr zur Freude der drei sogenannten „grünen Neutraublinger Vereine“immer mehr Bürgerinnen und Bürger beteiligen.

 

Am 16.05.2015 fährt die SGN mit Kleinbussen nach Straubing zu einer Stadtführung. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen beschränkt. Ingrid Westenhuber wird die SGN dabei führen.

Die Fahrt nach Wunsiedel erfreut sich besonders großer Beliebtheit und ist bereits restlos ausverkauft. 48 Personen haben sich schon angemeldet. 

 

Es folgte der Kassenbericht von Walter Lein.

Im Anschluss bestätigte Revisor Werner Zippel Walter Lein eine einwandfreie Kassenführung. Es gab keinerlei Beanstandungen. Der Kassenprüfer schlug die Entlastung der Vorstandschaft vor, die von den Mitgliedern einstimmig erteilt wurde.

 

Es folgte die Ehrung der langjährigen Mitglieder. Insgesamt 39 Mitglieder waren für eine Ehrung vorgesehen. Leider waren viele Mitglieder auf Grund von Krankheit etc. nicht anwesend. Die ihnen zugedachten Ehrungen werden bei nächster Gelegenheit übermittelt.

 

Mit großer Spannung wurde der Vortrag von Reinhard Erös, Vorsitzender der Kinderhilfe Afghanistan, erwartet. Informieren wollten sich die Mitglieder der SGN über die momentane Situation der Menschen in Afghanistan.

 

Kaum ein Deutscher kennt die Lage vor Ort besser und ist mit den tatsächlichen Verhältnissen des Landes so vertraut, wie Ex-Soldat und Entwicklungshelfer Reinhard Erös.  Der Oberstarzt der Bundeswehr a. D., Reinhard Erös, engagiert sich seit über 25 Jahren in Afghanistan. Während der sowjetischen Besatzung ließ er sich 1986 für vier Jahre von der Bundeswehr unbezahlt beurlauben und versorgte in den paschtunischen Bergdörfern die Zivilbevölkerung. 2002 gründete er die „Kinderhilfe Afghanistan“.

 

Bei seinem Vortrag kam klar zum Ausdruck, dass sich Dr. Erös, der mittlerweile seit drei Jahrzehnten als Entwicklungshelfer in den verschiedensten Krisengebieten tätig ist, von einer Begegnung mit Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa und ihrer Aussage leiten lässt: „Du musst die Menschen lieben, wenn du ihnen helfen willst!" Dieser Satz habe seine Arbeit enorm gefördert, seine Worte. Die politische und soziale Lage hat sich leider für die Menschen auch nach dem Abzug des Großteils der ISAF-Truppen nicht geändert. Instabile Machtstrukturen auf allen Ebenen, eine hohe Kriminalitätsrate, ausufernde Korruption und explodierende Preise für Grundnahrungsmittel erschweren das Leben gerade der einfachen Menschen. Nach wie vor haben die Frauen keinerlei Rechte. Allein der Mann bestimmt. Vielen  Mädchen ist es immer noch nicht erlaubt, eine Schule zu besuchen. Dabei ist gerade die Bildung die wichtigste Voraussetzung  zu einem besseren Leben. Die Erziehung der Kinder ist  Angelegenheit der Frauen. Gut gebildete Frauen können ihre Kinder erfolgreicher auf das Leben vorbereiten.  Bildung statt Fundamentalismus, das ist der Schlüssel für eine lebenswürdige Zukunft, so Reinhad Eörs.   

 

Reinhard Erös wusste viel zu berichten:

Noch zu Taliban-Zeiten gründete die Kinderhilfe Afghanistan 1998 eine kleine Mädchenschule an der Pakistanischen-afghanischen Grenze. Dann 2002 die erste gemischte Dorfschule in den Bergen von Tora-Bora, denen weitere fünfzehn Dorfschulen und zwölf Oberschulen in den Provinzen Nangahar, Laghman, Khost und Paghman folgten.  Am 3. Oktober 2014 feierte man die Eröffnung des ersten Traktes der „Deutsch-Afghanischen-Fiedens-Universität in der Provinz Laghmann, einer ehemaligen Taliban-Hochburg. An ihr studieren jetzt über 1.000 junge Afghanen beiderlei

Geschlechts, unter anderem in den Fakultäten Landwirtschaft und Journalismus. Als Ziel hat sich die Kinderhilfe Afghanistan für 2017 dann 12 Fakultäten mit 3.000 Studierenden gesetzt. Es gibt noch viel zu tun!

 

Für sein großartiges Engagement wurde Reinhard Erös schon vielfach ausgezeichnet: mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, mit dem Europäischen Sozialpreis, dem Theodor-Heuss-Preis, mit dem Bayerischen Verdienstkreuz.

 

Reinhard Erös erntete für seinen überaus informativen Beitrag großen Applaus.

Der 1. Vorsitzende der SGN, Helmut Pinz, bedankte sich für die umfangreichen  Informationen aus erster Hand und überreichte ihm eine Spende der SGN. Walter Lein hatte anlässlich eines besonderen Geburtstags auf Geschenke verzichtet und um Spenden für die Kinderhilfe-Afghanistan gebeten. Auch diese Spendengelder erhielt Reinhard Erös als Unterstützung für sein weiteres Engagement  zum Wohle der Menschen in Afghanistan überreicht.

Helmut Pinz bedankte sich bei allen Anwesenden und den Gästen für das große Interesse. Die SGN konnte wieder eine gelungene Veranstaltung verzeichnen.

 

Foto: Dr. Reinhard Erös bei seinen Schützlingen